top of page

Strafbefehl erhalten – was bedeutet das und wie sollte man reagieren?

  • Autorenbild: Joana Fleischhacker
    Joana Fleischhacker
  • 28. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Wer einen Strafbefehl erhält, ist oft verunsichert. Kein Gerichtstermin, keine vorherige Anhörung, sondern Post vom Amtsgericht mit einer konkreten Strafe. Gerade im Strafrecht ist diese Situation für Betroffene belastend. Viele fragen sich, ob der Strafbefehl bereits ein endgültiges Urteil ist und ob es überhaupt noch Handlungsmöglichkeiten gibt.


Ein Strafbefehl ist jedoch noch kein rechtskräftiges Urteil, sondern ein vereinfachtes Verfahren im Strafrecht. Gerade deshalb ist es wichtig, frühzeitig zu wissen, welche Rechte bestehen und wie man sinnvoll reagieren kann. Eine fundierte strafrechtliche Beratung kann hier entscheidend sein.


Was ist ein Strafbefehl im Strafrecht?

Der Strafbefehl ist eine Entscheidung des Gerichts, die ohne Hauptverhandlung ergeht. Er basiert ausschließlich auf dem Antrag der Staatsanwaltschaft und der Ermittlungsakte. Der Beschuldigte wird dabei nicht persönlich gehört. Eine mündliche Verteidigung findet nicht statt.

Im Strafbefehl werden häufig Geldstrafen, Fahrverbote, Punkte im Fahreignungsregister oder Bewährungsstrafen bis zu einem Jahr festgesetzt. Auch Nebenfolgen wie Einziehungen oder Einträge im Führungszeugnis können angeordnet werden. Gerade diese Folgen werden oft unterschätzt.


In welchen Fällen wird ein Strafbefehl erlassen?

Strafbefehlverfahren sind keine Seltenheit. Sie werden häufig bei Vorwürfen wie Körperverletzung, Bedrohung, Betäubungsmitteldelikten, Verkehrsdelikten oder Vermögensstraftaten eingesetzt.

Dass ein Strafbefehl erlassen wird, bedeutet nicht automatisch, dass der Tatvorwurf eindeutig bewiesen ist. Das Gericht entscheidet allein auf Grundlage der Aktenlage – ohne die Sichtweise des Beschuldigten oder seines Strafverteidigers zu hören.


Einspruch gegen den Strafbefehl – sinnvoll oder riskant?

Gegen einen Strafbefehl kann innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch eingelegt werden. Wird diese Frist versäumt, wird der Strafbefehl rechtskräftig und steht einem Urteil gleich.


Ob ein Einspruch sinnvoll ist, hängt vom Einzelfall ab. Ein Einspruch kann dazu führen, dass:

  • das Verfahren eingestellt wird,

  • der Tatvorwurf reduziert wird,

  • eine mildere Strafe ausgesprochen wird,

  • oder es zu einer Hauptverhandlung kommt.


Gleichzeitig besteht das Risiko, dass das Gericht nach einer Hauptverhandlung zu einer strengeren Bewertung gelangt. Deshalb sollte die Entscheidung niemals vorschnell getroffen werden, sondern auf einer rechtlichen Prüfung beruhen.


Warum strafrechtliche Beratung durch einen Anwalt wichtig ist

Die Frage, ob ein Einspruch eingelegt werden sollte, hängt nicht nur von der Höhe der Geldstrafe ab. Auch mögliche Eintragungen im Führungszeugnis, berufsrechtliche Konsequenzen oder Auswirkungen auf den Aufenthaltstitel können eine Rolle spielen.

Ein Strafverteidiger in München kann nach Einsicht in die Ermittlungsakte beurteilen,

  • wie belastbar die Beweislage ist,

  • welche Verteidigungsansätze bestehen,

  • und welches Risiko ein Einspruch tatsächlich birgt.


Gerade weil der Strafbefehl auf einer einseitigen Aktenlage beruht, ist anwaltlicher Rat im Strafrecht besonders wichtig. Eine frühzeitige Strafverteidigung kann helfen, Nachteile zu vermeiden und den weiteren Verfahrensverlauf aktiv zu steuern.


Fazit

Ein Strafbefehl sollte weder ignoriert noch vorschnell akzeptiert werden. Er ist kein endgültiges Urteil, kann aber bei Untätigkeit rechtskräftig werden. Ob ein Einspruch sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab und sollte stets individuell geprüft werden.


Als Anwältin für Strafrecht in München berate ich Sie zu Ihren Möglichkeiten im Strafbefehlverfahren und entwickle gemeinsam mit Ihnen eine sachgerechte und realistische Verteidigungsstrategie.


Joana Fleischhacker

Rechtsanwältin und Strafverteidigerin für Strafrecht München

 
 
 

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
Vorladung – muss ich erscheinen und aussagen?

Eine Vorladung ist ein amtliches Schreiben einer Strafverfolgungsbehörde (Polizei/Staatsanwaltschaft/Gericht) in dem Sie aufgefordert werden, zu einer bezeichneten Dienststelle zu erscheinen. Wer ein

 
 
 

Kommentare


bottom of page